Forschungsbereiche von project–mo.de

Forschungsbereich Design

Der Forschungsbereich Design erforscht die Entwicklung von nachhaltigen Gestaltungsansätzen und -methoden für multimodale Mobilitätssysteme, welche die Nutzer_innen in den Mittelpunkt stellen. Ziel ist es durch diese ein nachhaltiges sowie effizientes Mobilitätsverhalten zu befördern.
Hierfür werden theoretisch-konzeptionelle Beiträge zur Entwicklung eines musterbasierten Frameworks und zur Identifikation von Gestaltungsparametern erarbeitet. Diese werden Anhand protypischer Mobilitätsräume und Mobilitätsketten systematisch aufgearbeitet. Langfristig werden hieraus Planungs-, Entwurfs- und Handlungsempfehlungen zur Gestaltung von Mobilitätsräumen abgeleitet. Das erklärte Forschungsziel ist hierbei die Akzeptanz der Nutzer_innen zu erhöhen und die Entwicklung von Mobilitätsystemen zu verbessern. Erstmals werden dabei emotional besetzte Qualitäten von Mobilitätsräumen und deren Auswirkung auf die Motivation des Nutzenden untersucht und konzeptionell deren Gestaltungsmöglichkeiten erfasst.
Der Forschungsbereich setzt sich aus Prof. Dr. Kai Vöckler, Prof. Peter Eckart, Dipl.-Des. Annalena Kluge und Dipl.-Des. Julian Schwarze zusammen, die dem Designinstitut für Mobilität und Logistik (dml) an der Hochschule für Gestaltung Offenbach angehören.

Forschungsbereich Verkehr

Unter dem übergeordneten Ziel, der Verbesserung der Akzeptanz von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, ist die Fachgruppe Neue Mobilität der Frankfurt University of Applied Sciences im Wesentlichen für zwei Aufgaben verantwortlich.
Eine Aufgabe ist die Analyse und Aufbereitung der verkehrlichen Daten im Betrachtungsgebiet FrankfurtRheinMain. Hierzu wird das Untersuchungsgebiet zunächst definiert. Im zweiten Schritt werden vorhandene Daten zur Bevölkerung und zum Verkehr zusammengetragen und aufbereitet. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die Fahrgastzahlen des Rhein-Main-Verkehrsverbunds gelegt.
Eine weitere Aufgabe der Fachgruppe ist die Akquise und Betreuung von Fokusgruppen. Mit unterschiedlichen Altersgruppen aus verschiedenen räumlichen Strukturräumen sollen prototypische Anwendungen und Szenarien getestet werden, um Erkenntnisse über die Bedeutung des Designs auf das individuelle Mobilitätsverhalten zu erlangen. Hierbei werden in Abstimmung mit den Projektpartnern geeignete Methoden ausgesucht und vorbereitet, um die fachspezifischen Fragestellungen aus den Bereichen Design, Verkehr, Technologie und Stadt zu erörterten. Die Frankfurt University of Applied Sciences fungiert als direkter Ansprechpartner für die Fokusgruppenteilnehmerinnen und -teilnehmer. Nutzerspezifische Daten laufen hier zusammen und werden dem Forschungsprojekt, unter Berücksichtigung des Datenschutzes, zur Verfügung gestellt.

Forschungsbereich Stadt

Beispiele wie Kopenhagen oder Wien zeigen Perspektiven einer „menschengerechten Stadt“ und doch greifen die aktuellen Grundlagen und Methoden in der Stadtgestaltung zu kurz um die Mobilitätswende wirksam mit voranzutreiben. Wirksam, das heißt auch vermittelnd: Zwischen der Ebene der Stadtregion und quartiersbezogenen Lösungen; Zwischen der Sicht der Nutzenden und den Interessen der Stadtgesellschaft. Ziel des Teilprojektes ist die Benennung und Potentialabschätzung von Bausteinen nachhaltiger Stadtgestaltung zur Förderung von multimodalem, d.h. verschiedene Mobilitätsträger verbindenden, umweltverträglichem Mobilitätsverhalten. Untersucht werden geeignete Quartiers- und Stationstypologien („Accessible Hubs“) mit spezifischen Mobilitätskonzepten zur Verbesserung des Stadtklimas und der Lebensqualität, Gestaltungselemente im Stadtraum zum Abbau von Barrieren und zur Verbesserung von Aufenthaltsqualität, sowie digitale Werkzeuge der Bürgerbeteiligung. Die Herangehensweise verbindet klassische Methoden der Raumanalyse wie GIS und Space Syntax mit der Erhebung von psychophysiologischen Effekten (z.B. Puls und Eyetracking) und subjektiven Bewertungen des Straßenraumes auf Smartphones. Angestrebt werden Beiträge zum Grundlagenwissen in der Stadtgestaltung, Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger sowie Gestaltungsvorschläge anhand von ausgewählten Knotenpunkten im Ballungsraum Rhein-Main.

Forschungsbereich Technologie

Das Fachgebiet Multimedia Kommunikation an der TU Darmstadt geht im Kern der Frage nach wie umweltfreundliches multimodales Mobilitätsverhalten spielerisch gefördert werden kann.

Als Ansatz werden dabei Serious Games Konzepte eingesetzt, d.h. Spiele, die abgesehen vom „Fun Faktor“ einen Mehrwert bieten, beispielsweise Gesundheitsspiele für die Prävention und Rehabilitation oder auch „Social Awareness“ und „Social Impact Games“, die spielerisch auf gesellschaftlich relevante Themen wie Sicherheit, Religion, Energie oder Klima aufmerksam machen, informieren und ggf. eine Verhaltensänderung hervorrufen. In Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Neue Mobilität der Frankfurt University of Applied Science und den Gestaltungsexperten an der HfG Offenbach wird in der Serious Games Gruppe an der TU Darmstadt ein Konzept für ein „Sliced Serious Game“ zur Förderung des umweltfreundlichen Mobilitätsverhaltens konzipiert, in Form einer App prototypisch realisiert und mit den Fokusgruppen des LOEWE Schwerpunkt erprobt.

Konzeptionelle Fragestellungen umfassen die Gestaltung einer offenen, motivierenden Spielwelt im urbanen Kontext mit der Bereitstellung von ortsbasierten spielerischen Elementen, die zum Spielen in Bussen, Bahnen oder zu Fuß bzw. auch beim Wechsel zwischen Verkehrsmitteln geeignet sind und sich an das entsprechende Verkehrsmittel in Bezug auf Interaktionsverhalten und spielerische Inhalte anpassen. Technisch werden hierbei Konzepte zur Sensor-gestützten Erkennung von Aktivitäten und genutzten Modalitäten erarbeitet. Ziel dabei ist, eine bessere Erkennungsrate als beispielsweise die von Google bereitgestellte Awareness API zu erzielen und damit insbesondere zwischen verschiedenen motorisierten Verkehrsmitteln unterscheiden zu können.

Forschungsbereich Gesellschaft

Der LOEWE-Forschungsbereich mit dem Schwerpunkt Gesellschaft stellt die Mobilität des Einzelnen im Verhältnis zum Verkehrssystem und dessen Infrastrukturen in den Mittelpunkt der Betrachtung. Übergeordnetes Ziel ist es, hierbei nachhaltige Gestaltungsansätze zu identifizieren und zu entwickeln, welche umweltfreundliches Mobilitätsverhalten fördern. Im Rahmen des Teilprojekts werden dazu theoretisch-konzeptionelle Beiträge zur Erläuterung der Wirkung von Mobilitätsdesign auf Verkehrsentstehung und Verhaltensänderung eingebracht. Zudem erfolgt die Planung, Umsetzung und Evaluation quantitativer empirischer Erhebungen zu Mobilitätsmustern und designbezogenen Interventionen innerhalb eines Raumausschnittes der Rhein-Main-Region. Die Begleitung und Wirkungs-abschätzung solcher Interventionen erfolgt in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern insbesondere aus psychologischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Ziel ist es, aufbauend auf den Erhebungsergebnissen, Handlungs- und Gestaltungsempfehlungen abzuleiten sowie theoretische Modelle zum Mobilitätsverhalten weiterzuentwickeln. An dem Forschungsbereich beteiligt sind Prof. Dr. Martin Lanzendorf, Dr. Hannah Müggenburg und Andreas Blitz, die der Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung des Instituts für Humangeographie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main angehören.