30. Juli 2020 – Im Kontext der Ausstellung „Making Crises Visible“ im Senckenbergmuseum Frankfurt (Frühjahr 2020) wurde auch das HfG-Semesterprojekt „TukTuk“ dem Publikum präsentiert. Die Krise der Mobilität – wie lassen sich Konzepte entwickeln, die zukunftsweisende Veränderungen des eigenen Mobilitätsverhaltens erzeugen können?

Die Rikscha, auch „Tuktuk“ genannt,  findet sich in Indien als kulturelles Transportmittel des Alltags wieder. In städtischen Räumen deckt es den Bedarf für individuellen Transport von Personen und Gütern. Diese verbreitete Reiseart zeichnet sich durch große Flexibilität im Straßenverkehr, der kompakten Bauart und der Hop on Hop off Nutzung aus. Nach indischen Professoren der Shrishti Universität erfüllen sie die Funktion von Staulösern, welche sich im selbstorganisierenden Straßensystem verorten. Sie entstammen damit einer Straßenführung, welche der autonomen Verkehrsart sehr nahestehen könnte, in welcher die Kommunikation und Koordinierung der beteiligten Fahrzeuge als eine Einheit funktioniert, um den Bedarf zu erkennen und zu decken.

In einem Zukunftszenario profitieren Umwelt und Nutzer von dem Übergang, weg von privaten Fahrzeugen zu einer selbstorganisierten Flotte autonomer Fahrzeuge, die auf den Mobilitätsbedarf des Personen- und Gütertransports individuell zugeschnitten und als Service konzipiert (Mobility as a Service – MaaS) ist. Sie vereint saubere Energie mit einer effizienten Fahrzeugabdeckung für die Stadt, um Luftverschmutzung und Lärm zu reduzieren sowie Freiräume von bewegten und geparkten Fahrzeugen zu schaffen.

Unser Student Kevin Lai gestaltete und plante das Ausstellungsexponat. Er fertigte Infografiken als Methode der Informationsvermittlung des TukTuk-Systems in Indien an und kombinierte diese mit Konzepten für ein TukTuk-System im europäischen Kontext. Die Fahrzeugentwürfe der Studierenden Amelie Ikas, Oleg Babitsch und Kevin Lai sind im Semesterprojekt „TukTuk now“ im Lehrgebiet Integrierendes Design von Prof. Peter Eckart entstanden.

Zur Ausstellung „Making Crises Visible“:

„Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach erarbeiten kreative Visualisierungen und Kommentare zu den Forschungsergebnissen des Leibniz-Forschungsverbundes »Krisen einer globalisierten Welt«. Gemeinsam mit weiteren Partnern und Förderern entsteht so eine Ausstellung, welche die Kunst mit der Wissenschaft verbindet und durch ein interaktives und innovatives Design in den Dialog mit der Öffentlichkeit treten lässt. So werden die Krisen als kreativer Moment in einem gesellschaftlichen Transformationsprozess erfahrbar.“ (aus „Making Crises Visible. Ein interdisziplinäres Ausstellungsprojekt zwischen Wissenschaft, Kunst und design“, https://makingcrisesvisible.com/)

MAKING CRISES VISIBLE